Vor 50 Jahren bebte in Friaul die Erde - ein Erdbebenvorwarngerät vor dem Comeback

07.04.2026

Die Erde bebt, eine unvorhergesehene Katastrophe bahnte sich vor 50 Jahren in der Region Friaul-Julisch Venetien an. 6. Mai 1976: gebannt sitzt Familie Himmelsbach schon seit Stunden im Wohnzimmer vor einem Störzonenmessgerät und beobachtet die immer intensiver angezeigten Ausschläge des Zeigers. 50 Jahre ist es nun schon her, dass Rudolf Himmelsbach mit seiner Erfindung, einem Erdbebenvorwarngerät, plötzlich und völlig unerwartet das Erdbeben in Friaul vorhersagen konnte.

Dieses tragische Erdbeben war das stärkste Erdbeben seit dem Jahr 1511. Es betraf 77 Gemeinden und führte dazu, dass 989 Menschen ums Leben kamen und 45.000 ihre Unterkünfte verloren. Rudolf Himmelsbach, der durchaus vorlaute Maschinenbauer, avancierte über Nacht zum Medienstar und erregte internationales Aufsehen in der Presse.

Eine Sensation – zunächst belächelt, dann weltweit beachtet

Als Erfinder, Querdenker und Visionär war er sein Leben lang davon angetrieben, eine Möglichkeit zu finden, die Existenz von Störzonen elektronisch aufzuspüren und zu neutralisieren. Dazu entwickelte er ein Störzonenmessgerät, gedacht als Wünschelrutenersatz. Im Laufe der Erdbebenserie 1976 machte er per Zufall die hochinteressante Beobachtung, dass dieses elektronische Messgerät schon Stunden vor dem Erdbeben eine Erhöhung der Erdstrahlung anzeigte und damit als Erdbebenvorwarnung diente.

Seine Vision war es, weltweit der Erdbebenlinien entlang Vorwarngeräte zu platzieren, die Vorwarndaten zentral zu erfassen, auszuwerten und mit Parallelregistrierungen seismologischer Institute zu vergleichen. Ziel sollte ein globaler Erdbebenvorwarndienst zum Schutz der Bevölkerung sein. 

Neustart nach 50 Jahren: Die nächste Generation übernimmt

Nun wird Barbara Himmelsbach in den nächsten Jahren die Forschung zur Erdbebenvorwarnung wieder aktiv aufnehmen und dazu ein neues Netzwerk mit Forschungsinstituten und Universitäten für Geophysik, Meteorologie und Wellenausbreitung aufbauen. "Das Thema Erdbeben ist ein zentraler Bestandteil unserer Firmengeschichte", erklärt sie. "Mit den heutigen technologischen Möglichkeiten der Digitalisierung, globalen Vernetzung und moderner Sensortechnik wäre es realistisch, ein internationales Frühwarnsystem aufzubauen."

Die Wiederaufnahme der Forschung könnte nicht nur ein vergessenes Kapitel der Wissenschaft neu schreiben – sondern einen entscheidenden Beitrag zum Schutz von Menschenleben leisten.



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